Pappritz

Gemeindesiegel von Pappritz

Postleitzahl: 01328


Pappritz wurde 1278 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name des von slawischen Siedlern gegründeten Ortes bedeutet “die im Farn sitzenden”. Möglicherweise wurde der Ortsname auch vom slawischen Wort paprzyca abgeleitet, welches einen Teil des Mühlsteins bezeichnet und auf eine Wassermühle hinweisen könnte. Bereits zu diesem Zeitpunkt ist im Ort ein Herrengut erwähnt. 1420 unterstand Pappritz dem Rittergut Helfenberg und gehörte ab 1572 zum Rittergut Pillnitz. Kirchlich war der Ort der Weißiger Kirche unterstellt, wo sich auch die Schule befand. Deutlich ist im Ortskern noch die ursprüngliche Form des Platzdorfes mit mehreren um einen Platz gruppierten Zwei- und Dreiseithöfen erkennbar. Bemerkenswert sind u.a. die Gebäude Straße des Friedens 34 aus der Zeit um 1800 und das Wohnstallhaus Am Dorfteich 4. Auch dieses Fachwerkhaus entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Aus jüngerer Zeit stammt der 2008 sanierte “Froschbrunnen” mit einer Bronzeplastik von Ludwig Godenschweg. Von Bedeutung war neben der Landwirtschaft früher der Obstanbau, woran drei Kirschen im alten Gemeindesiegel erinnern.

Im nahen Wachwitzgrund bestand seit dem 16. Jahrhundert eine Wassermühle, die unter dem Namen Pappritzmühle noch bis 1886 in Betrieb war und heute als Wohnhaus genutzt wird. Bis ins 20. Jahrhundert blieb der Ort ein unbedeutendes kleines Bauerndorf am Rande des Schönfelder Hochlandes über dem Elbtal. Erst durch den Bau der Staffelsteinstraße zwischen Pappritz und Niederpoyritz 1914 verbesserten sich die Verkehrsverbindungen, was zur Entstehung neuer Wohnsiedlungen führte. In der Folge entwickelte sich der Ort zur Arbeiterwohngemeinde für Dresden. Pappritz schloss sich 1994 der neu entstandenen Großgemeinde Schönfeld-Weißig an. Durch den Bau weiterer Wohnsiedlungen vergrößerte sich die Einwohnerzahl deutlich und wuchs auf ca. 2000 Personen. Gemeinsam mit den anderen Hochlandgemeinden wurde der Ort am 1. Januar 1999 Stadtteil von Dresden.

 

Pappritzer Hof:

Der heutige “Pappritzer Hof” geht auf einen 1726 erstmals erwähnten Gasthof zurück. 1846 kehrte Richard Wagner in diesem Lokal ein. Das heutige Gebäude entstand 1871 und befand sich ab 1916 im Besitz des Dresdner Gastwirts Karl Wilhelm Fleischer. Fleischer ließ den Gasthof deutlich erweitern und machte ihn zu einem beliebten Ausflugslokal (Foto). Neben den Restaurationsräumen und einem großen Saal gab es ab 1928 den “Lindengarten”, der bei sommerlichen Konzerten und Tanzveranstaltungen bis zu 1000 Personen Platz bot.

Nach Fleischers Tod 1932 wurde die Gaststätte von dessen Ehefrau, später von der Tochter weitergeführt. 1948 verkaufte die Familie das Anwesen, welches zu DDR-Zeiten als Ferienheim des Kaliwerkes Volkenroda diente. In diesem Zusammenhang entstand auch ein neues Bettenhaus. Der 1992 privatisierte Gasthof wurde zuletzt als Gaststätte und Hotel “Pappritzer Hof” bzw. ab 2012 unter dem Namen Nordic Hotel betrieben. Seit 2015 befindet sich in den Räumen eine Unterkunft für Asylbewerber.

Weiterführende Literatur und Quellen

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