Oschatzer Straße





Die Oschatzer Straße bildete einst die Pieschener Ostgrenze zur benachbarten Neudorfer Flur und wurde deshalb Oststraße genannt. Zunächst gab es hier lediglich einige Gärtnereien, bevor um 1886 die Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern begann. 1897 erhielt die Oststraße ihren heutigen Namen nach der Stadt Oschatz bei Leipzig.

Neben der Bürgerstraße entwickelte sich die Oschatzer Straße zum Geschäftszentrum Pieschens mit zahlreichen Läden unterschiedlichsten Sortiments. Größtes Handelshaus war das um 1898 vom jüdischen Kaufmann Fanger errichtete Gebäude Oschatzer Straße 15 (Foto) . 1930 übernahm der amerikanische Woolworth-Konzern das Kaufhaus, welches später unter dem Namen HAWA - Haus der vielen Waren firmierte. Nach 1945 als Konsum-Warenhaus genutzt, befand sich hier zuletzt die Filiale eines Drogeriemarktes.

Kirche der Herrnhuter Brüdergemeine:

Die Glaubensgemeinschaft der Herrnhuter Brüder entstand im 18. Jahrhundert und wurde von Nikolaus Graf von Zinzendorf, einem am Hofe August des Starken tätigen Justizrat, gegründet. Sitz der weltweit aktiven evangelischen Gemeinschaft ist bis heute die Stadt Herrnhut in der Nähe von Bautzen. Im April 1904 bildete sich auch in Dresden eine Gemeinde, die bis 1945 einige Räume der Taubstummenanstalt in der Nähe des Hauptbahnhofes nutzte.

Nach 1945 fanden die Gottesdienste zunächst in einem Haus auf der Ostra-Allee, später im Gebäude der evangelisch- reformierten Kirche an der Brühlschen Terrasse statt. Erst 1978 konnte die Herrnhuter Brüdergemeine eine kleine Kirche im Hof des Grundstücks Oschatzer Straße 41 erwerben, welche zuvor der evangelisch-methodistischen Kirche als Gemeindezentrum diente. Bis heute treffen sich hier die ca. 280 Gemeindemitglieder zu Gottesdiensten und anderen kirchlichen Veranstaltungen.
 


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