Pieschen

Gemeindesiegel von Pieschen

Postleitzahl: 01127



Pieschener Stadtteilseiten:


Bildungseinrichtungen in Pieschen:

Bibliothek Pieschen
Bürgerstr. 63
01127 Dresden
Tel. 0351/4798538 

Homepage der
26. Grundschule

Homepage der
Mittelschule Pieschen

Gemeinschaftsschule

Vom Schmuddelviertel zum Vorzeige-Stadtteil

Stadtteilführungen immer am dritten Sa. im Monat
(im Wechsel mit Neudorf)

 Treffpunkt: 10.00 Uhr am  “Savoir vivre” Oschatzer/Bürgerstr.

Preis: 8,00 Euro
(inkl. Getränk und Gebäck)

Anmeldung:
Tel. 0351/874 82 73

Pieschen wurde 1292 erstmals als “Peschen” urkundlich erwähnt. Der Name stammt aus dem altsorbischen (pesk) und bedeutet Sandgegend in Anspielung auf den sandigen Boden in diesem Gebiet. Das Dorf war zunächst im Besitz des Ritters Johann von Peschen und bildete ein Gassendorf entlang der heutigen Straße Altpieschen (Foto). Größter Hof war das sogenannte Bischofsgut an der Mohnstraße, welches 1899 abgerissen wurde. Ab 1378 unterstand Pieschen dem Dresdner Amt, gehörte jedoch zu fünf verschiedenen Grundherrschaften. Aus diesem Grund besaßen noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts das Prokuraturamt Meißen, das Dresdner Brückenamt, das Altstädter und Neustädter Religionsamt und das kurfürstliche Amt Dresden Rechte in Pieschen. Die fünf Weinstöcke im Gemeindewappen erinnern noch an diese komplizierten Besitzverhältnisse.

Infolge der verkehrsgünstigen Lage an der Meißner Landstraße erlebte Pieschen immer wieder Durchzüge fremder Truppen, die im Ort Schäden hinterließen. Während des Dreißigjährigen Krieges 1637, im Nordischen Krieg 1707, im Siebenjährigen Krieg 1758/60 und auch in der Napoleonzeit entstanden Schiffsbrücken über die Elbe in der Nähe des Dorfes. Besonders 1813 hatten die Bewohner zu leiden, da wiederholt russische und französische Truppen den Ort besetzten und plünderten.

1674 brannte Pieschen nach einem Blitzschlag fast vollständig nieder. Weitere größere Dorfbrände sind 1763 und 1805 verzeichnet, die jeweils große Teile des Ortes vernichteten. Bis ins 19. Jahrhundert dominierte die Landwirtschaft. Außerdem betrieben die Pieschener Bewohner Obst- und Weinbau sowie Imkerei. Da der karge Boden nur wenig Ertrag abwarf und größere Gehöfte fehlten, blieb Pieschen immer ein armes Dorf, in dem vor allem Kleinbauern, Gärtner und Häusler ihr Auskommen suchten. Erst 1856 entstand am Leisniger Platz eine eigene Windmühle, nachdem der jahrhundertealte Mahlzwang der Neudorfer Schiffsmühle aufgehoben worden war. Die ländliche beschauliche Lage an der Elbe machte das Dorf gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zum beliebten Ausflugsziel der Dresdner Bevölkerung mit zahlreichen kleinen Weinschänken und Gartenlokalen.

Begünstigt durch den Ausbau der Leipziger und der Großenhainer Straße sowie die Trassenführung der Dresden - Leipziger Eisenbahn über Pieschener Flur siedelten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Industriebetriebe an, vor allem nördlich der Bahnlinie und an der Großenhainer Straße. 1868 entstand an der Harkortstraße der Maschinenbauhof der Eisenbahn. Einen Haltepunkt für den Personenverkehr erhielt der Ort jedoch erst 1899. Wichtigste Pieschener Unternehmen waren die Eschebach-Werke an der Riesaer Straße, die Nähmaschinenteile AG an der Barbarastraße, das Elektromaschinenwerk, die Windmotorenfabrik Herzog und eine Malzfabrik an der Heidestraße. Pieschen wurde so zu einem Zentrum der Arbeiterbewegung, welche 1882 auf der Konkordienstraße den ersten Sächsischen Konsumverein gründete. Außerdem entstanden zahlreiche Gesangs-, Sport- und Arbeiterbildungsvereine, meist unter dem Einfluss der in Pieschen besonders starken Sozialdemokratie.

Foto: Die Eschebach-Werke um 1920

Für das Bauerndorf brachte diese Entwicklung einschneidende Veränderungen mit sich. Pieschen wurde immer stärker zum Arbeiterwohnort. Infolge der Zuzüge stieg die Einwohnerzahl zwischen 1858 und 1905 von 400 auf ungefähr 30.000 Menschen an. Allerdings fehlte es an Wohnmöglichkeiten und Sozialeinrichtungen. Noch vor der Eingemeindung ließ die Gemeinde deshalb 1878 einen Bebauungsplan aufstellen, in dessen Folge rund um Altpieschen neue Straßen und Wohnviertel mit mehrstöckigen Mietshäusern entstanden. Da die Bewohner in der Regel einkommensschwächeren Schichten angehörten, nahm die finanzielle Lage des Ortes dramatische Züge an. Das Einkommensteuermittel lag um 1895 in Pieschen bei nur 3,58 Mark wöchentlich (Stadt Dresden: 16 Mark) je Einwohner. Aus diesem Grund bemühte sich Pieschen bereits 1893 um einen Anschluss an Dresden, der am 1. Juli 1897 vollzogen wurde. Bereits seit 1882 war der Ort durch eine Pferdebahnlinie mit Dresden verbunden, ab 1899 durch eine elektrische Straßenbahn.

Nach dem Pieschen Stadtteil geworden war, entstanden weitere Wohnviertel, meist in geschlossener Bauweise (Foto: Mohnstraße). Hinzu kamen neue Gaststätten, Sozial- und Kultureinrichtungen. Zu den bekannten Pieschener Arbeiterlokalen dieser Zeit gehörten u. a. der “Deutsche Kaiser” und das “Stadt Leipzig” an der Leipziger Straße (später Kino “Faunpalast”). 1912 errichte die Stadt in Altpieschen Nr. 9 ein für damalige Verhältnisse modernes Asyl für obdachlose Männer, welches 1926 in ein Familienasyl umgewandelt wurde. Die Bebauung der Pieschener Flur setzte sich nun auch in Richtung Trachenberge fort, so dass beide Stadtteile immer stärker zusammenwuchsen.

Kirchlich gehörte Pieschen bis 1884 zur Kaditzer Kirche und bildete dann eine eigene Kirchgemeinde, für die 1886/88 die Markuskirche entstand. 1910 folgte die katholische St.-Josefs-Kirche. Weitere Wohnsiedlungen wurden in den 20er Jahren an der Wurzener und Rehefelder Straße errichtet. Architekt der modernen Häuser mit Flachdächern war Hans Richter, der auch für die Trachauer Siedlung verantwortlich war. 1927/28 entstand an der Wurzener Straße das Sachsenbad. Trotz der dichten Besiedlung Pieschens blieben einige Freiflächen zwischen den Wohn- und Gewerbevierteln erhalten, die heute meist von Kleingartenanlagen eingenommen werden. 1932 legte der Arbeitersportverein Pieschen an der Wurzener Straße einen Sportplatz an. Gemeinsam mit dem Pieschener Volkschor veranstaltete dieser Verein ab 1923 regelmäßige Strandfeste, aus denen das beliebte Pieschener Hafenfest hervorging.

Obwohl in Pieschen noch während des Zweiten Weltkrieges einer der größten Dresdner Rüstungsbetriebe entstand (Göhle-Werk der Zeiss-Ikon AG), blieb der Stadtteil von größeren Luftangriffen verschont. Dennoch gab es beim letzten Bombenabwurf auf Dresden am 17. April 1945 auch hier einige Schäden, so an der Oschatzer und Leipziger Straße. In der Nachkriegszeit übernahm Pieschen einige kulturelle und wirtschaftliche Funktionen des zerstörten Stadtzentrums. So wurden die ehemaligen Göhle-Werke als Veranstaltungsort für Konzerte und Theateraufführungen sowie durch die Druckerei der “Sächsischen Zeitung” genutzt. Die bestehenden Industrieunternehmen blieben, in VEB´s umgewandelt, zum Großteil erhalten, so dass Pieschen auch seine Bedeutung als Wirtschaftsstandort behielt. Um die Oschatzer und Bürgerstraße entwickelten sich stadtweit beliebte Einkaufszentren.

Mangelnde Werterhaltung der Altbausubstanz führte jedoch zum schleichenden Verfall ganzer Straßenzüge, so dass 1989 ein Großteil der Gebäude zum Abriss vorgesehen war. Erst die politischen Veränderungen 1989/90 ermöglichten, das der Stadtteil 1991 zum zweitgrößten städtischen Sanierungsgebiet erklärt wurde. Zahlreiche Häuser wurden seitdem modernisiert. Aus ehemaligen Industriebetrieben entstanden das Einkaufszentrum “Mälzerei” und das inzwischen wieder geschlossene Sozialrathaus an der Riesaer Straße. 1993 wurde an der Leipziger Straße mit dem Bau des “Elbcenters” begonnen, welches sich nach seiner Fertigstellung zum neuen Stadtteilzentrum entwickelte (Foto). Auch einige weitere Baulücken konnten in den letzten Jahren geschlossen werden.

Schulen in Pieschen:

Grundschulen: Pieschen gehörte ursprünglich zur Kaditzer Kirchschule. Um den weiten Weg nach dort abzukürzen, entstand um 1613 eine Winkelschule in Pieschen, die 1730 als unabhängig anerkannt wurde. Der Unterricht erfolgte zunächst in Pieschener Bauernhäusern, bevor 1805 an der Bürgerstraße 76 ein eigenes Schulhaus errichtet wurde. Dieses Haus blieb, zuletzt als Wohnhaus genutzt, noch bis in die 1970er Jahre erhalten.

1860/61 entstand ein Neubau an der Bürgerstraße 68 (Foto rechts), der 1871 nochmals erweitert und bis 1878 für den Unterricht genutzt wurde. Danach war das Haus bis zum Bau des Rathauses 1891 Sitz der Pieschener Gemeindeverwaltung. Später war hier ein Kindergarten untergebracht. Heute dient dieses Gebäude als Stadtteilhaus “Emmers” kulturellen Zwecken und wird vom Jugendverein “Outlaw” betrieben. Regelmäßig finden Filmvorführungen, Konzerte und andere Veranstaltungen statt. Außerdem gibt es einen Jugendclub, ein kleines Café und den “Jobladen” der QAD.

1879 folgte die bis heute als 26. Grundschule “Am Markusplatz” genutzte Schule an der Osterbergstraße 22 (Foto links). Bereits 1885 musste dieses Schulhaus um einen Seitenflügel erweitert werden. In dem ab 1890 als reine Knabenschule genutzten Gebäude hatten zeitweise auch die V. Bürgerschule, später auch die V. Hilfs- und Fortbildungsschule ihren Sitz. In der Nachkriegszeit war das Schulhaus Schauplatz für verschiedene Kulturveranstaltungen, da es im Zentrum der Stadt an geeigneten Sälen mangelte. Zu DDR-Zeiten wurde die Schule ab 1969 nach einem Pieschener Antifaschisten 26. POS “Arno Lade” genannt.

Eine weitere Schule entstand in der DDR-Zeit. Das in den 1970er Jahren als Polytechnische Oberschule vom Typ "Dresden" errichtete Gebäude befindet sich an der Flurgrenze zu Pieschen zwischen Weixdorfer und Großenhainer Straße (Nr. 187). Am 1. Juni 1982 erhielt die 106. POS den Namen des Dresdner Antifaschisten Albert Hensel verliehen. Seit der Umgestaltung des Schulsystems nach 1990 nutzt die 106. Grundschule "Am Wilden Mann" das Schulhaus.

Mittelschulen: Aufgrund der ständig wachsenden Bevölkerung wurde am 1. September 1890 an der Moltkestraße (heute Robert-Matzke-Straße) 14 ein weiterer Schulbau als Volksschule für Mädchen eröffnet (27. Bezirksschule). Auch für diese Schule machte sich bereits 1894 ein Anbau erforderlich. Nach dem Ersten Weltkrieg nutzte die 27. Volksschule, zu DDR-Zeiten die 27. POS “Robert Matzke” das Haus. Robert Matzke (1884-1943) gehörte seit 1920 der Pieschener Ortsgruppe der KPD und der “Roten Hilfe” an und war nach 1933 im illegalen Widerstand gegen die NS-Herrschaft aktiv. Ab 1991 diente das Gebäude bis 2006 als 27. Mittelschule. Im Anschluss übernahm die 2007 als Schulversuch mit zwei Klassen gestartete “Gemeinschaftsschule Pieschen “den Betrieb. Nach schrittweiser Erweiterung folgt sie als Schule in freier Trägerschaft einem besonderem pädagogischen Konzept.

Bürgerschule: Als höhere Schule Pieschens entstand 1902 an der Wurzener Straße 5 die Bürgerschule, deren Gebäude während des Zweiten Weltkrieges als Lazarett, seit 1959 als Poliklinik und Ärztehaus genutzt werden (Foto). 1905 folgte noch eine katholische Volksschule (später V. Katholische Bezirksschule) an der Leisniger Straße 76, die heute Sitz der Sonderschule für Lernbehinderte “A. S. Makarenko” ist. In diesem Schulhaus befanden sich bis zur Zwangsverstaatlichung 1933 auch die Gemeinderäume der katholischen St.-Josefs-Kirche.

Pestalozzi-Gymnasium: Das Gymnasium geht auf die frühere XI. Bürgerschule zurück. 1910/15 entstand am damaligen Riesaer Platz 22 ein moderner Schulneubau nach Entwürfen des Dresdner Stadtbaurates Hans Erlwein, dessen Eröffnung am 11. Oktober 1915 er jedoch nicht mehr miterleben konnte. Nach 1919 als 29. Volksschule genutzt, trug der Bau zwischen 1933 und 1945 den Namen Adolf- Hitler-Schule. Während des Zweiten Weltkrieges diente er als Lazarett. Ab Mai 1945 befand sich hier zeitweise die Sowjetische Stadtkommandantur.

1946 konnte das Schulhaus wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt werden und beherbergte nun eine Grund- und eine Oberschule. 1960 erhielt diese nun als Erweiterte Oberschule (EOS) bezeichnete Schule den Namen des Reformpädagogen Pestalozzi verliehen. Die im gleichen Komplex untergebrachte 29. POS trug ab 1971 den Namen “Arthur Ullrich”. Arthur Ullrich (1894-1969) war in den 1920er Jahren Abgeordneter der KPD im  Reichstag, schloss sich nach 1933 dem Widerstand an und wurde mehrfach inhaftiert. Nach 1945 hatte er verschiedene Funktionen im öffentlichen Bereich inne und war u.a.  Kreisvorsitzender der SED in Görlitz, Mitglied der SED-Bezirksleitung Dresden und Vorsitzender des Rates des Kreises Meißen.

Seit Schließung der 29. POS wird das Gebäude seit 1992 ausschließlich vom Pestalozzi-Gymnasium genutzt und wurde 1996/99 saniert. Der markante Turm misst 35 Meter. An der Fassade befindet sich der Spruch: “Die Kraft eines jeden Volkes liegt in seiner Jugend”. 2001 folgte der Neubau einer Turnhalle, welche sowohl von der Schule als auch mehreren Vereinen genutzt wird.

Postwesen in Pieschen:

Die erste Poststelle Pieschens entstand in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts und befand sich in einem Gebäude an der Ecke Bürger-/Oschatzer Straße. Nach Verlegung in das neue Pieschener Rathaus nutzte man diese Räume viele Jahre als Gaststätte “Zur Post” und hielt so die Erinnerung an dieses erste Postamt wach (Foto). Ab 1892 gab es im Rathaus eine Poststelle, die 1902 zur Torgauer Straße 25 verlegt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieses Postamt als Dresden N 22 bezeichnet.

Trotz Protesten der örtlichen Geschäftsleute und vieler Einwohner ließ die Deutsche Post das Amt 1933 aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Erst 1941 erhielt Pieschen wieder eine Poststelle auf der Osterbergstraße 24. Noch bis 1954 konnten die Einwohner hier ihre Postgeschäfte erledigen, bevor die Pieschener Post 1955 erneut zur Torgauer Straße umzog (Nr. 31). 1991 wurde dieses Postamt geschlossen. Seit 2007 bietet eine private Postagentur auf der Trachenberger Straße 19 verschiedene Postdienstleistungen an.

Rathaus Pieschen:

Das Rathaus entstand 1890/91 als Verwaltungssitz für die damals noch selbstständige Gemeinde an der Bürgerstraße 63. Architekten des Neorenaissancebaus waren Schilling & Gräbner, die hier ihren ersten öffentlichen Auftrag realisierten. An der Fassade des am 30. November 1891 eingeweihten Baus befindet sich eine Darstellung des früheren Pieschener Gemeindewappens. Auch die Innenräume wurden entsprechend gestaltet und mit Holzdecken und Wandornamenten versehen. Im Erdgeschoss gab es die im altdeutschen Stil eingerichtete Gaststätte “Ratskeller”.

Neben dem Sitz der Gemeindeverwaltung war hier von 1913 bis 1937 auch die Ortssparkasse untergebracht. Weitere Räume nutzten zeitweise die Post und die Polizei. Zu DDR-Zeiten war das Haus Sitz des Stadtbezirkes Dresden-Nord. In dem 1991-94 gründlich sanierten Gebäude befindet sich heute das Ortsamt Pieschen mit Bürgerbüro. Leider sind von der ehemaligen Innendekoration nur noch Reste erhalten geblieben. 2011 bezog das private Puppentheater “August - das starke Theater” die Räume des ehemaligen Ratsherrenstübels.

Im Zusammenhang mit dem Rathausbau erhielt auch die Pieschener Ortsfeuerwehr in einem Hintergebäude ein neues Domizil. Das Haus erhielt neben den Diensträumen der Feuerwehr auch einen Spritzenturm, Remisen und eine Arrestzelle. Nach der Eingemeindung befand sich hier bis 1950 die Berufsfeuerwache 6 der Stadt Dresden. Der Bau wurde Anfang der 1990er Jahre ebenfalls modernisiert und ist heute Sitz der Pieschener Stadtteilbibliothek und der Dresdner Fahrbücherei (Foto links).

 

Kleingartenverein “Heidegruß”:

Die Gartensparte wurde 1915 auf private Initiative angelegt, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln während des Ersten Weltkriegs zu verbessern. 1917 erhielten die Gärten Wasseranschluss. Nach Kriegsende schlossen sich die Pächter 1919 zu einem gemeinnützigen Verein zusammen, der den Namen “Heidegruß” erhielt. Das Spartenheim der Anlage entstand 1956. Weitere Kleingartensparten befinden sich seit den 1920er Jahren an der Rehefelder und der Tichatschekstraße.

Kleingartenverein “Mariengärten”:

Die Gartenanlage entstand 1902 auf dem Gelände einer früheren Tongrube und gehört zu den ältesten Kleingartenanlagen in Dresden. Gründer waren die beiden Radebeuler Fabrikbesitzer Max und Richard Böhme, die das Areal mit der Bestimmung verpachteten, es dauerhaft als Gartenland zu nutzen. 1980 konnte der Verein seine Anlage um das Gelände eines Abrissgrundstücks des Otto-Buchwitz-Werkes an der Weinböhlaer Straße erweitern. Zum Kleingartenverein gehören heute 100 Gärten sowie eine öffentlich zugängliche Vereinsgaststätte.

Pieschener Hafen:

Der Pieschener Hafen wurde  zwischen 1856 und 1859 im Auftrag der sächsischen Staatsregierung angelegt. Grund war die starke Zunahme des Schiffsverkehrs auf der Elbe, die neue Hafenanlagen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet erforderlich machten. In den 500 Meter langen und ca. 30 Meter breitem Hafenbecken fanden bis zu 30 Schiffe Platz. Unweit des Hafens gab es auch eine Anlegestelle der Dampfschiffahrt sowie ein von den Einwohnern gern genutztes Elbebad. Zeitweise existierte hier auch eine kleine Werft zur Reparatur von Frachtkähnen.

Mit Inbetriebnahme des Alberthafens sank die Bedeutung des Pieschener Hafens, der heute nur noch als Winterhafen genutzt wird. Stadtweit bekannt ist jedoch das erstmals 1923 als Strandfest begangene Pieschener Hafenfest. 2010 wurde eine im Zuge des Elberadweges entstandene Fußgängerbrücke über die Hafeneinfahrt eingeweiht (Foto links) . Unweit davon steht an der Spitze der Hafenmole die Plastik “Undine kommt” der Künstlerin Angela Hampel. Das Gegenstück “Undine geht” befindet sich in Johannstadt in der Nähe des Fährgartens. Beide Stahlfiguren entstanden 1998 im Rahmen des Projektes “An Elbe und Rhein”.

 

Elbfähre:

Die Pieschener Elbfähre wurde 1764 als Kahnfähre eingerichtet und verband den Ort mit dem gegenüberliegenden Ostragehege. Auf Pieschener Seite lag die Fährstelle in der Nähe der Einmündung Mohnstraße/Leipziger Straße, im Ostragehege an der Nordspitze der “Schlachthofinsel”. Unweit davon gab es auch eine Elbebadeanstalt. Noch bis 1962 befand sich die Fähre in Privatbesitz der Familie Jacob, wurde dann von den Verkehrsbetrieben übernommen und 1995 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Zeitweise war an dieser Stelle eine neue Elbbrücke geplant.

 

 

Pieschener Straßen

Weiterführende Literatur und Quellen

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