Eingang zum Paradiesgarten

Vogelwiese 1907

Dresden ist nicht nur als Kulturstadt durch seine zahlreichen Museen und Baudenkmale attraktiv, sondern auch durch zahlreiche Feste und Veranstaltungen. Einige dieser Feste lassen sich über Jahrhunderte zurückverfolgen, andere entstanden erst in jüngerer Vergangenheit.

Das wohl bekannteste Dresdner Volksfest ist die Vogelwiese, deren Geschichte sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Sie entstand als Schützenwettbewerb der Dresdner Privilegierten Bogenschützen und wurde 1577 erstmals erwähnt. Rund um den Wettbewerb entwickelte sich ein Volksvergnügen mit bunten Verkaufsbuden, Tanz und Spiel und vielfältigen Belustigungen. Später kamen Fahrgeschäfte, mechanische Theater und ähnliche Neuheiten hinzu, so dass die Vogelwiese bis zur Gegenwart ein Fest für die gesamte Dresdner Bevölkerung war. Ursprünglich fand sie am Elbufer vor dem Ziegelschlag statt, wurde später zu den Johannstädter Elbwiesen (Foto um 1908) und nach 1945 zum heutigen Straßburger Platz bzw. in die Nähe der Marienbrücke verlegt.

Für vielfältige Vergnügungen sorgte zudem der Dresdner Hof. Waren zunächst vor allem Wettkämpfe im Ringstechen im Stallhof oder höfische Spiele auf dem Altmarkt beliebt, entwickelte sich die Festkultur der Kurfürsten in der Barockzeit zu voller Blüte. Selbst Eingriffe in die Stadtstruktur wuren dafür vorgenommen. So ließ August der Starke 1707 das alte Rathaus auf dem Altmarkt abreißen, um künftig mehr Platz für höfische Vergnügungen zu haben. Zwei Jahre später begann der Bau des Zwingers auf den Wallanlagen als Festplatz für höfische Veranstaltungen. Besonders die Hochzeit seines Sohnes Friedrich August II. mit Maria Josepha von Österreich 1719 brachte zuvor nie gesehene Feierlichkeiten mit sich (Bild rechts). Neben dem Zwinger war auch der Plauensche Grund Schauplatz für eines der "Planetenfeste". Im Schein von Fackeln und Feuerwerk marschierten über 1600 Bergleute auf, um dem jungen Paar seine Referenz zu erweisen.

Spätestens im 19. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt der Veranstaltungskultur immer mehr in bürgerliche Hände. Neben den traditionellen Volksfesten Vogelwiese und dem Striezelmarkt organisierten private Vereine in Zusammenarbeit mit Gewerbetreibenden ein vielseitiges Programm für jedermann. Fast in jedem größeren Gasthof gab es Tanz und Musik, aber auch Laientheater, Lesungen und Geselligkeiten. Erwähnt werden sollen hier stellvertretend das Schusterhaus in Cotta, Donaths Neue Welt in Tolkewitz, der Weiße Adler am Weißen Hirsch oder der Paradiesgarten in Zschertnitz (Foto links), die Besucher aus nah und fern anzogen.

Auch Kriegs- und Diktaturzeiten konnten den Wunsch nach Unterhaltung der Bevölkerung nicht stoppen, auch wenn es nun massive Eingriffe gab. So konnte das in den 1920er Jahren beliebte Pieschener Hafenfest ab 1933 nicht mehr begangen werden, da als Veranstalter von den Nazis unerwünschte linke Arbeitervereine fungierten. Nach 1945 wurde die Vereinstätigkeit generell verboten und Veranstaltungen nun fast nur noch staatlich organisiert erlaubt. Trotzdem fanden auch weiterhin Vogelwiese, Frühlings- und Herbstfest und andere Freilichtveranstaltungen statt, so auf dem Konzertplatz Weißer Hirsch, der neu entstandenen Freilichtbühne "Junge Garde" im Großen Garten oder auf dem Alaunplatz. Beliebt war auch das alljährliche Pressefest der Sächsischen Zeitung.

Mit den neuen Möglichkeiten nach 1990 entstanden auch zahlreiche neue Feste und Veranstaltungen. Neben dem Dresdner Stadtfest (Foto) gibt es mittlerweile in zahlreichen Stadtteilen eigene und oft ganz spezifische Feste - vom Elbhangfest zwischen Loschwitz und Pillnitz über das Laubegaster Inselfest, die "Bunte Republik Neustadt" bis zum Hechtfest oder dem Gorbitzer Westhangfest. Darüber hinaus bieten zahlreiche kleinere und größere Akteure ein vielseitiges Veranstaltungsprogramm in fast jedem Winkel der Stadt. Einen Überblick über das aktuelle Programm bekommt man u.a. online bei eventfinder oder in den regelmäßigen Veranstaltungskalendern der Dresdner Tages- und Stadtteilzeitungen.

 


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