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Palasthotel Weber

Werbeanzeige des Trompeterschlösschens

Werbung des
Parkhotels in Blasewitz

Die Geschichte des Gast- und Hotelleriegewerbes lässt sich in Dresden bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Da die Gastfreundschaft gegenüber Fremden als christliche Pflicht betrachtet wurde, oblag das Beherbergen von Gästen zunächst hauptsächlich kirchlichen Einrichtungen. Zu den ältesten dieser Herbergen gehörte der Klosterhof (Foto) im heutigen Stadtteil Leubnitz. Aber auch die innerstädtischen Klöster haben sicher bereits damals reisende Gäste aufgenommen. Mit dem Wachsen der Stadt kamen städtische Pilgerherbergen und Hospitäler dazu. Zu den ältesten nachweisbaren Gasthöfen gehörten das bereits 1492 erwähnte "Rauchhaus" auf der Webergasse. Genutzt wurden diese vor allem von Fuhrleuten und Pilgern, während wohlhabendere Gäste in der Regel Aufnahme in den Adelspalästen oder privaten Wohnhäusern fanden. Später betrieben auch die städtischen Zünfte eigene Herbergen für wandernde Handwerksgesellen.

Um einen Gasthof zu betreiben, benötigte der Wirt eine amtliche Konzession, die ihm das Recht auf Beherbergung, den Ausschank von Bier und Branntwein sowie das Backen und Schlachten erlaubte. Eine kurfürstliche Gastgeberordnung von 1571 beinhaltete zudem eine Meldepflicht für alle Reisenden, eine Kontrolle des Reisegepäcks und des Reiseziels, u.a. um das Abtauchen gesuchter Straftäter und das Einschleppen von Seuchen zu verhindern. Um diese strengen Regeln zu umgehen, entstanden in den Vorstädten Kneipen und sogenannte "Winkelschänken", in denen oft jedoch Betrug, illegales Glücksspiel und Diebstähle zum Alltag gehörten. Nach der Einführung regelmäßiger Botentouren kamen Botenherbergen an den wichtigen Einfallsstraßen hinzu. Zu diesen gehörte das "Weiße Rösschen" vor dem Wilsdruffer Tor, der Gasthof "Drei Lilien" am Fischhofplatz (Foto) und die Herberge Andreas Stübels auf der Weißen Gasse.

Im 18. und 19. Jahrhundert kam es zu einer spürbaren Weiterentwicklung. Immer mehr Hotels und Gastwirtschaften für alle Ansprüche entstanden und bemühten sich um zahlende Gäste. Erwähnt werden sollen hier der "Goldene Ring" am Altmarkt und der "Goldene Löwe" in der Neustadt. Im erstgenannten, wahrscheinlich bereits um 1500 entstanden, logierten hohe Gäste des Kurfürsten, 1698 u.a. Zar Peter der Große. Vornehme Hotels waren auch das "Hotel de Pologne" (Bild links), der "Goldene Engel" und das Hotel de Saxe. Einfachere Unterkunft bot das legendenumwobene "Trompeterschlösschen" am Dippoldiswalder Platz. Aber auch in den Vororten gab es mehrere Übernachtungsmöglichkeiten. Entstanden waren diese als Raststätten für Fuhrleute, so der "Weiße Hirsch", der "Schänkhübel" in Klotzsche (Bild rechts) und der Gasthof Trachau.

In der Innenstadt konzentrierten sich die Hotels vor allem rund um den Alt- und Neumarkt und den angrenzenden Straßen. Mit Eröffnung der Eisenbahnstrecke nach Böhmen folgten in der Nähe des Hauptbahnhofes mehrere Beherbergungsbetriebe, so der 1891 eröffnete vornehme "Europäische Hof" an der Prager Straße, die Hotels Carlton und Bristol am Bismarckplatz und das Continental-Hotel in der Bismarckstraße. Vornehmstes Haus Dresdens blieb jedoch bis zur Zerstörung 1945 das 1853 durch Umbau einer Zuckerfabrik entstandene Hotel "Bellevue" am Theaterplatz. Hinzu kamen unzählige Pensionen und kleinere Hotels in den Vorstädten und eingemeindeten Stadtteilen. Erwähnt werden sollen hier der "Goethegarten" am Schillerplatz im Ortsteil Blasewitz, das Elbehotel Demnitz im gegenüberliegenden Loschwitz, das Bahnhofshotel im Klotzscher Kurbezirk Königswald und das Parkhotel am Weißen Hirsch.

 

Fotos: Hotel "Bellevue" am Theaterplatz - Empfangsaal des Hotels "Bristol"

Hatte bereits der Erste Weltkrieg durch das Wegbleiben vieler ausländischer Besucher zur Schließung bzw. Umnutzung einiger Hotels geführt, trug die schwierige wirtschaftliche Lage nach 1918 ebenfalls zu einem Niedergang der Branche bei. So musste z. B. 1923 der bekannte Drei-Kaiser-Hof in Löbtau schließen. Trotzdem blieb Dresden bis 1945 eine Stadt des Fremdenverkehrs, so dass hier 1944 noch 68 Hotels und 884 größere und kleinere Gaststätten existierten. Ein Großteil dieser Häuser, darunter alle großen Hotels der Innenstadt, fielen am 13. Februar 1945 dem Luftangriff zum Opfer.

Nur mühsam gelang es in der Nachkriegszeit, neue Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. Zu denen gehörte ein bis 1951 existierendes Hotel der sowjetischen Intourist GmbH im Schloss Albrechtsberg, das aus einem früheren Sanatorium hervorgegangene Waldparkhotel auf der Prellerstraße und das bis zum Abriss 1968 als letztes erhaltenes Vorkriegsgebäude der Prager Straße genutzte "Excelsior". Auch ein 1930 ursprünglich als Jugendherberge errichtetes Haus wurde in den 1950er Jahren zum Interhotel umgebaut und firmierte bis zur Schließung nach 1990 unter dem Namen "Astoria" (Foto). Moderne Hotelneubauten errichtete man 1968/69 im Zuge des Aufbaus der Prager Straße mit den drei Touristenherbergen "Königstein", "Lilienstein" und "Bastei" und dem Hotelhochhaus "Newa" gegenüber vom Hauptbahnhof. Eine Besonderheit stellte das 1967 für motorisierte Besucher der Stadt eingerichtete MOTEL im Stadtteil Zschertnitz dar.

Einen gewaltigen Umbruch brachten die politischen Veränderungen nach 1990 mit sich. Einst staatliche Beherbergungsbetriebe wurden geschlossen oder privatisiert und an internationale Hotelketten verkauft. Hinzu kamen zahlreiche neue Hotels, die internationalem Standard genügen und aus dem Mangel der DDR-Jahre ein Überangebot auf dem Dresdner Hotelmarkt schufen. "Erstes Haus am Platze" ist heute das von der Firma Kempinski betriebene Hotel im wiederaufgebauten Taschenbergpalais am Schloss. Aber auch rund um den Neumarkt, am Postplatz, an der Grunaer Straße, in Cotta, Klotzsche, Laubegast und anderen Stadtteilen bieten moderne Übernachtungsbetriebe ihre Dienste an.

Heute können die Gäste der Stadt aus einer Vielzahl von Hotels und Pensionen in allen Preisklassen und für jeden Anspruch auswählen. Internetportale wie Trivago oder Booking erleichtern dabei die Suche nach dem passenden Quartier, wobei sogar ein Vergleich dieser Anbieter durch Portale wie Netzsieger möglich ist. Die große Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten in Verbindung mit einfacher Buchung und natürlich die zahlreichen kulturellen Attraktionen der Stadt haben in den letzten Jahren wieder zu einem starken Anstieg der Touristenzahlen geführt.

 


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