Kaitz

Gemeindesiegel von Kaitz

Postleitzahl: 01217



Schulen in Kaitz


Vereine in Kaitz

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Sachsen Kaitz

 

Der Bauernweiler Kaitz wurde 1206 erstmals als Kiz (altsorbisch: Haus, Hütte) genannt und erstreckt sich zu beiden Seiten des Kaitzbachtales. Gegründet von sorbischen Siedlern gab es hier bereits frühzeitig einen Herrenhof, dessen Besitzer vom Markgrafen zu Meißen belehnt worden war. Außerdem besaßen Dresdner Bürger, 1408 u. a. die bedeutende Ratsherrenfamilie Busmann Anteile am Dorf. 1445 lebten in Kaitz fünf Bauern mit ihren Familien. 1473 ist ein Steinbruch bei Kaitz erwähnt, in dem Baumaterial für den Rathausbau gewonnen wurde. Wichtigster Erwerbszweig war jedoch die Landwirtschaft. Außerdem befanden sich an den Hängen des Kaitzbachtales Weinberge, an die noch ein altes Winzerhaus von 1686 erinnert. Noch bis ins 16. Jahrhundert war der Ort dem Meißner Hochstift abgabenpflichtig. Kirchlich gehörte Kaitz zur Frauenkirche, ab 1674 zur Kirche von Leubnitz.

1646 erwarb der Hauptsalzkassenverwalter Martin Lehmann ein größeres Kaitzer Bauerngut und erweiterte dadurch seinen Besitz in Kaitz, der bereits aus einer von insgesamt vier Wassermühlen bestand. 1667 überließ ihm Kurfürst Johann Georg II. auch die Rechte über vier Amtsuntertanen, womit fast der gesamte Ort in eine Hand kam. Das Herrschaftsgut Kaitz erhielt 1672 den Status eines Erb- und Allodialgutes und blieb bis 1920 als Amtslehngut selbstständiger Gutsbezirk mit einer Gesamtfläche von 111 Hektar. Lediglich zwei Hektar Land blieben in bäuerlichem Besitz. Zur Bewirtschaftung der ausgedehnten Flächen wurden Tagelöhner herangezogen, für die Wohnhäuser an der Possendorfer Straße entstanden. Ein besonderes Privileg besaßen die Kaitzer Bäcker, die ab 1670 in Dresden Brot- und Mehlhandel betreiben durften. 1760 erwarb der Dresdner Bürgermeister Karl Gustav Strauch das Lehngut. Schwer getroffen wurde Kaitz während der Schlacht bei Dresden 1813, als französische Soldaten zahlreiche Gehöfte in Brand steckten.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden am Rande des alten Dorfkerns einige Mietshäuser errichtet. Später entstanden auch Einfamilienhäuser an Stelle der ehemaligen Weinbergsterrassen. 1905 kam die zwischen Boderitzer Straße und Kaitzbach gelegene Kleingartensparte “Frühauf Kaitz 1905” hinzu. Ort und Amtslehngut wurden erst 1920 zu einer Landgemeinde vereinigt, die am 1. April 1921 nach Dresden eingemeindet wurde. Das Gut bestand noch bis 1945 und fiel dann unter die Bestimmungen der Bodenreform. Insgesamt erhielten 12 Neubauern Land zugeteilt. Am 12. Dezember 1952 schlossen sich die Kaitzer Bauern zur LPG “Fortschritt” zusammen, deren Felder später von der Bannewitzer LPG bewirtschaftet wurden. Nach 1990 wurde die Landwirtschaft zugunsten einiger kleinerer Gewerbebetriebe zurückgedrängt.

Schulen in Kaitz:

Ursprünglich mussten die Kinder des Ortes die Kirchschule in Leubnitz besuchen. Wegen der großen Entfernung wurde jedoch bereits 1736 eine “Winkelschule” in Kaitz eingerichtet, die 1840 offiziell als Nebenschule von Leubnitz anerkannt wurde. Die Schulstube befand sich im 1. Obergeschoss des Wohnhauses Altkaitz Nr. 5.

1844 errichtete die Gemeinde ein eigenes Schulhaus am Franzweg, welches 1868, 1888 und 1906 erweitert wurde. Nach der Eingemeindung als 71. Volksschule bezeichnet, trug diese Schule zu DDR-Zeiten den Namen 71. POS “Wilhelm Dieckmann”. Heute nutzt die 71. Grundschule “Am Kaitzbach” dieses Gebäude (Foto). 2011/12 entstand neben der Schule eine moderne Sporthalle.

Kaitzer Straßen

 

Buchtipp: Christine Fischer "Elisa und der Schatten Napoleons", Taschenbuch (348 Seiten) (ISBN 978-3741208010)

Frühjahr 1813. Seit acht Jahren leidet Dresden unter der französischen Besatzung. Einquartierung, Hunger und Krankheit drängen die Bürger an den Rand des Erträglichen. Auch die junge Elisa Tilla, die Pirnaer Apothekertochter, die 1806 hoffnungsvoll in die Residenzstadt kommt. Von einem traumatischen Kindheitserlebnis verfolgt, von ihrer Jugendliebe verlassen, sucht sie mutig ihren Platz im Leben und trotzt allen Schicksalsschlägen. Doch im August 1813 geschieht das Unfassbare: Die Armeen der Verbündeten stehen vor Dresden, bereit, dem Eroberer die Entscheidungsschlacht aufzuzwingen. Napoleon gewinnt die Schlacht. Danach beginnt für die Menschen in der eingeschlossenen Stadt eine Leidenszeit von apokalyptischem Ausmaß.

Elisa hilft, wo sie kann. Bis zur Selbstzerstörung setzt sie sich für Kranke und Verletzte ein. Lindert so den Schmerz über den vermeintlichen Tod ihres Ehemanns Alois. Als Napoleon in der Schlacht bei Leipzig geschlagen wird, atmen die Völker auf. In Wien ringen die Siegermächte um eine Neuordnung Europas. Für seine Treue zu Napoleon wird das Königreich Sachsen empfindlich bestraft. Elisa beginnt am Tod ihres Mannes zu zweifeln, als ihr der Zufall plötzlich einen Hinweis in die Hände spielt. Noch einmal nimmt sie all ihre Kraft zusammen und beschließt Alois zu suchen.

Interessierte können das Buch u.a. für 13,99 € bei Amazon erwerben.

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