Zellescher Weg


Der Zellesche Weg gehört zu den ältesten Verkehrsverbindungen im Süden der Stadt und bestand bereits im 13. Jahrhundert. Ursprünglich verlief er von der Löbtauer Brücke über den Hahneberg und den Frankenberg bis zum Klosterhof Leubnitz. Da dieser Weg vor allem als Transportweg zwischen Leubnitz und dem Klosters Altzella genutzt wurde, dem der Klosterhof unterstand, erhielt er den Namen Zellescher Weg. An dieser Straße lagen auch die zum Ausgang des Mittelalters untergegangenen Dresdner Vorwerke Auswik (Nähe Fritz-Foerster-Platz) und Boskau (am Beutlerpark).

Im 16. Jahrhundert erlangte der Zellesche Weg neue Bedeutung, da hier die südliche Weichbildgrenze Dresdens verlief. An diese Grenze erinnert noch ein historischer Weichbildstein in der Nähe der TU-Mensa (Foto) . Der Stein mit der Nr. 63 stand einst an der Kreuzung des Zelleschen Weges mit der alten Dippoldiswalder Chaussee (Bergstraße) und wurde nach seiner Sanierung Mitte der 1990er Jahre an seinen heutigen Platz versetzt. Der Form des Wappens nach gehört er zu den ältesten Weichbildsteinen der Stadt, die sonst übliche Jahreszahl der Aufstellung fehlt.

Einige Abschnitte des alten Zelleschen Weges wurden nach 1870 mit den Villenvierteln der Südvorstadt überbaut. Der westlich der Zwickauer Straße gelegene Teil erhielt 1881 den Namen Nossener Straße, der Teil bis zur Hohen Straße den Namen Zellesche Straße (heute Altenzeller Straße). Die weiter östlich gelegenen Abschnitte blieben hingegen vorerst von der städtischen Bebauung ausgeschlossen und wurden erst nach 1900 aufgehoben. In diesem Zusammenhang ging der ursprüngliche Verlauf des alten Zelleschen Weges völlig verloren

Das heute als Zellescher Weg bezeichnete Reststück zwischen Fritz-Foerster-Platz und Teplitzer Straße blieb sogar bis 1950 weitgehend unbebaut. Auf dem heutigen TU-Gelände und an der Ortsgrenze von Zschertnitz bestanden einige Handelsgärtnereien. Ein in den Dreißiger Jahren begonnener Ausbau der Straße als Teil des geplanten Tangentenringes konnte erst im Zusammenhang mit dem Bau des Neubaugebietes 1975 vollendet werden. Ab 1949 verkehrte hier bis zu ihrer Stillegung 1974 Dresdens einzige O-Bus-Linie.

Heute dominieren am Zelleschen Weg Bauten der Technischen Universität. Bereits in den 1950er Jahren waren die Lehr- und Verwaltungsgebäude der Mathematischen Fakultät, des Botanischen Institutes (beide nach Plänen von Walter Henn) und des Institutes für Holztechnologie entstanden. Außerdem wurden einige Studentenwohnheime errichtet. Die von Heinrich Rettig entworfenen Gebäude sind an den Giebelseiten mit Sgraffitti verziert, welche Szenen aus Forschung und Lehre darstellen.

1978 öffnete an der Ecke Zellescher Weg / Bergstraße die Neue Mensa. Vor dem Gebäude steht der “Stahlmast mit Faltungen” (Foto) , der vom bekannten Dresdner Metallgestalter Hermann Glöckner geschaffen wurde. Eine weitere Stele als “Wegweiser” zur TU befindet sich seit Oktober 1989 an der Ecke Teplitzer Straße. Die verbliebenen Freiflächen, zuletzt als Sportanlagen genutzt, verschwanden nach 1990 zugunsten des Kongress- und Messezentrums “Dre-punkt” (1993/95) und der neuen Staats- und Universitätsbibliothek. Die Eröffnung dieser modernsten Bibliothek Deutschlands erfolgte im Oktober 2002.

 

Gärtnereien am Zelleschen Weg:

Zwischen dem heutigen Fritz-Foerster-Platz und der Paradiesstraße gab es noch bis Anfang der 70er Jahre mehrere Handelsgärtnereien. So hatten auf den Grundstücken Nr. 10, 12 und 14 die Gärtnereien von Emil Piesche, Oswald Schumann und Paul Angermann ihren Sitz. Nach Kündigung der bestehenden Pachtverträge mussten diese ihre Produktion um 1950 einstellen. Auf dem Gelände entstanden Neubauten der Physikalischen Institute der TU. Die Grundsteinlegung für diesen Komplex erfolgte am 25. April 1950.

Etwas länger existierten die drei Zschertnitzer Gärtnereien zwischen Heinrich-Greif- und Paradiesstraße (Foto). Die Gartenbaubetriebe von Moritz Hirschfeld (Nr. 26), May Tümpler (Nr. 28) und Reinhold Schwarzbach (Nr. 30), welche alle um 1900 gegründet worden waren, mussten 1970 dem Neubau eines Wohnblocks weichen. Erhalten blieb lediglich ein Wohnhaus an der Heinrich-Greif-Straße.

 


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