Kauscha

Postleitzahl: 01239


Die Region um Kauscha war bereits in der frühen Bronzezeit besiedelt. 1997 wurden bei Ausgrabungen im Vorfeld des Autobahnbaus Gruben mit Keramikscherben und bemerkenswerten Schmuckstücken entdeckt, die der Aunjetitzer Kultur zugeordnet werden und ungefähr 4000 Jahre alt sind. Die genaue Bedeutung dieses Fundes wird noch untersucht. Sicher ist jedoch, das das Gebiet um Kauscha/Nickern zu den ältesten nachgewiesenen Siedelplätzen im Dresdner Raum gehörte.

Das heutige Dorf Kauscha ist slawischen Ursprungs. Im Mittelalter unterstand der Ort dem Leubnitzer Klosterhof. Von Bedeutung blieb bis zur Gegenwart die Landwirtschaft sowie der Obstanbau auf den umgebenden Höhenzügen. 1959 wurde der kleine Ort zunächst nach Goppeln eingemeindet und kam mit diesem gemeinsam 1996 zu Bannewitz. Da Kauscha durch den Bau der Autobahn vom übrigen Gemeindegebiet abgetrennt worden wäre, wurde der Ort 1999 ausgegliedert und als Stadtteil nach Dresden eingemeindet. Südlich des Dorfes liegt die Talsperre Kauscha, die in den 1960er Jahren als Hochwasserrückhaltebecken des Geberbaches angelegt wurde. Über den Stausee führt eine Brücke im Zuge der Autobahn A 17 Dresden - Prag, eines der interessantesten Ingenieurbauwerke dieser Strecke.

Neben einigen historischen Bauernhäusern ist im Dorfkern eine ca. 100 Jahre alte Stieleiche bemerkenswert, die am 23. April 1898 zu Ehren König Alberts gepflanzt wurde. An dieses Ereignis erinnert ein Gedenkstein neben dem Baum mit der Inschrift: “Zur Erinnerung an den 70. Geburtstag u. 25jähr. Reg. Jubiläum Sr. Majestät des Königs Albert - 23. April 1898”. Mit ca. 5,10 Meter Stammumfang und einer 35 Meter breiten Krone gehört diese Eiche zu den bedeutendsten Naturdenkmalen im Dresdner Raum. 2000 wurde der seit 1957 unter Naturschutz stehende Baum saniert.

Gasthaus Kauscha: Der Dorfgasthof des kleinen Ortes entstand Ende des 19. Jahrhunderts und befand sich an der Straßenkreuzung der heutigen Fritz-Meinhard-Straße (Nr. 134) mit der Kauschaer Straße und der Straße Zur Eiche. Inhaber war Paul Uhlemann. Das noch erhaltene Gebäude wird heute als Wohnhaus genutzt und ist Firmensitz einer Schlosserei.
 

Weiterführende Literatur und Quellen

 

Literatur über Kauscha und andere Stadtteile finden Sie auch hier:

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