Großmarkthalle






 

Die Großmarkthalle wurde als Hauptmarkthalle der Stadt Dresden zwischen 1893 und 1895 auf dem ehemaligen Flussbett der Weißeritz errichtet. Die Entwürfe für das vom Städtischen Hochbauamt geplante Gebäude stammen von Stadtbaurat Edmund Bräter. Hauptgrund für ihre Errichtung waren Forderungen der Stadt, die bislang unter freiem Himmel stattfindenden Lebensmittelmärkte aus hygienischen Gründen in feste Bauten zu verlegen. Bereits 1893 war am Antonsplatz (Wallstraße) Dresdens erste Markthalle ihrer Bestimmung übergeben worden. Die Grundsteinlegung für die Großmarkthalle erfolgte am 21. August des gleichen Jahres, ihre Eröffnung am 9. Dezember 1895.

Die ca. 9500 m² große Halle nimmt das gesamte Gelände zwischen Weißeritzstraße, Jahnstraße, Schweriner Straße und dem Eisenbahndamm ein und besteht aus mehreren Gebäudeteilen. Kernstück ist die eigentliche Markthalle mit Mittelschiff und zwei angrenzenden Seitenschiffen. Die Eingänge befanden sich ursprünglich an beiden Schmalseiten. Hinzu kamen Büroeinbauten an den Straßenseiten sowie ein mit einem Uhrturm versehenes Verwaltungsgebäude an der Einmündung Schweriner / Weißeritzstraße (Foto). Zur Bahnseite gab es einst ein Ladegleis der Eisenbahn. Auch per Straßenbahn konnten Waren geliefert bzw. abgeholt werden.

Technisch gestaltete sich der Bau im ehemaligen Flussbett als schwierig. Meterdicke Kellermauern sowie ein ausgeklügeltes Belüftungssystem hielten eindringende Feuchtigkeit fern. Zur Kühlung der Waren erhielt die Markthalle eine elektrisch betriebene Kühl- und Gefrieranlage der Firma Linde. Die mit Granit, Sandsteinelementen und Klinkern verkleidete Halle diente hauptsächlich als Umschlagplatz für Lebensmittel, die hier vom Großhandel an Einzelhändler verkauft wurden (Foto). Dafür standen ca. 500 Marktstände sowie vor der Halle an der Weißeritzstraße ein großes Freigelände für den Weiterverkauf an die Einwohner zur Verfügung. Gehandelt wurde hauptsächlich mit Obst und Gemüse, Kartoffeln, Fleisch und Wurst, aber auch mit Molkereierzeugnissen und Fisch.

1945 wurde das Gebäude schwer beschädigt, wobei der Eckbau Schweriner Straße mit seinem markanten Turm völlig zerstört wurde. Als Ersatz errichtete man Anfang der 1950er Jahre ein einfacheres Gebäude mit Büros und einer Filiale der Stadtsparkasse. Die Großmarkthalle diente auch zu DDR-Zeiten weiterhin ihrem Zweck, schloss jedoch 1990 ihre Pforten. Nach umfassender Sanierung ist das Gebäude heute Domizil eines Einrichtungsmarktes und einiger kleinerer Geschäfte.

Foto: Ansicht der Großmarkthalle von der Weißeritzstraße

 


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