Die Geschichte des Dresdner Flugverkehrs

Die Geschichte des Dresdner Flugverkehrs begann bereits vor dem Ersten Weltkrieg. Im Mittelpunkt stand dabei noch kein echtes Transportbedürfnis. Stattdessen zogen Flugschauen und Rekordflüge ein großes Publikum an, die die mutigen Männer und wenige Frauen in ihren oft selbstkonstruierten Maschinen bewunderten. Kommerzieller Flugverkehr entwickelte sich im größeren Maß erst nach dem Ersten Weltkrieg, damals zunächst auf dem Flugplatz am Heller.

1934 ging dann Dresdens neuer und bis heute genutzter Flughafen in Klotzsche Betrieb. Die Eröffnung erfolgte am 11. Juli 1935. Zur Bewältigung der gewachsenen Aufgaben entstand nach Plänen von Kurt Otto, einem Schüler Heinrich Tessenows, das sogenannte "Hansa-Haus" im Stil der Neuen Sachlichkeit. Neben Post- und Zollamt, einer Funkstelle und dem Wetterdienst wurden hier auch die Passagiere abgefertigt und konnten die notwendigen Formalitäten zum Einchecken und für die Visaabfertigung erledigen.

Ein Privileg der Wohlhabenden

Das Reisen per Flugzeug war zu diesem Zeitpunkt dennoch kompliziert. Zwar hatte die Regierung den im Ersten Weltkrieg eingeführten Zwang für ein Visum zum 1. Januar 1925 aufgehoben. 1932 wurde zudem Pflicht für ein Ausreisevisum für sämtliche Personengruppen, die Deutschland verlassen wollten, vollständig abgeschafft. Allerdings sorgten vor allem die hohen Ticketpreise dafür, das eine Flugreise nur wohlhabenden Leuten möglich war. 1937 führte zudem das nationalsozialistischen Deutschland erneut ein Gesetz ein, welches das gesamte frühere Pass-, Visum- und Ausländerrecht aufhob und neu ordnete. Als nach der deutschen Besetzung Österreichs 1938 tausende österreichische Juden und Gegner des NS-Regimes das Land verließen und Zuflucht in anderen Staaten suchten, führte Großbritannien den Visumzwang für reichsdeutsche Staatsbürger ein, um ihnen die Einwanderung zu erschweren. Aus diesem Grund konnten auch verfolgte Dresdner Juden kaum auf dem Luftweg flüchten, sondern mussten die ebenfalls erschwerten Fluchtwege per Bahn wählen. Zudem standen Verbindungen ab Dresden nur von Berlin über Dresden und Prag nach Wien zur Verfügung. Hinzu kamen einige Inlandsverbindungen, u.a. nach Breslau, Köln und Hamburg.

Flugtourismus in der DDR

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam der zivile Luftverkehr weitgehend zum Erliegen. In allen betroffenen Ländern wurde zudem ein allgemeiner Visumzwang für Ausländer eingeführt. Stattdessen wurde der Flugplatz als Basis der Luftwaffe genutzt. Mit Kriegsende besetzte die Rote Armee das Gelände. Erst 1954 erhielt die Regierung der DDR die Erlaubnis, Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des zivilen Luftverkehrs zu treffen. Drei Jahre später, am 16. Juni 1957 konnte schließlich erstmals wieder eine Passagiermaschine in Klotzsche landen. Ziele waren zunächst Berlin, die Ostsee und andere Inlandsflugplätze. Ab 1959 wurde auch Budapest angeflogen und Dresden somit an das internationale Luftverkehrsnetz angeschlossen. Touristische Auslandsreisen waren für DDR-Bürger nur in die Länder des Ostblocks möglich, wobei es zunächst auch dort einen Visumzwang gab. Die Abwicklung erfolgte in der Regel über das staatliche DDR-Reisebüro. Erst ab 1968 konnten auch die DDR-Bürger ohne Visa in einige ausgewählte befreundete Länder reisen. Flüge ab Dresden gab es nun auch nach Moskau, Leningrad, Sofia, Burgas und Varna

Ein neues Kapitel

Ein neues Kapitel in der Geschichte des Klotzscher Flughafens begann 1990 mit der Wiedervereinigung, die zu einer deutlichen Zunahme des Flugverkehrs führte. Neben innerdeutschen Flügen kamen auch neue internationale Linien hinzu. Der Klotzscher Flughafen wurde dafür zum 1. Oktober 1990 in eine GmbH umgewandelt und in mehreren Etappen modernisiert und erweitert. Am 25. März 2001 ging ein neues Terminal offiziell in Betrieb. In diesem befinden sich auf zwei Ebenen die Abflug- und Ankunftseinrichtungen, Ticketschalter und die Abfertigung. Reisen ist inzwischen längst zu einem Vergnügen für jedermann geworden. In viele Länder genügen dabei Personalausweis oder Reisepass. Vor allem nicht europäische Staaten verlangen dabei jedoch auch weiterhin ein Visum. Um die Beantragung zu erleichtern, gibt es dafür inzwischen professionelle Agenturen, die alle notwendigen Formalitäten übernehmen.

Visum und ESTA-Antrag leicht gemacht

Eine Besonderheit gilt dabei für die USA. Die Beantragung eines Visums oder ESTA ist erforderlich für Touristen und Geschäftsreisende, sofern kein Visum vorliegt. Dabei können Sie können den ESTA-Antrag einfach online stellen. Auch hier helfen Agenturen gern weiter. Das Vorliegen wird bereits beim Einchecken kontrolliert. Diese ESTA-Erklärung ist ab Erstellung zwei Jahre gültig und erlaubt einen Aufenthalt für bis zu 90 aufeinanderfolgenden Tage. Gebunden ist diese ESTA an einen gültigen Reisepass für die gesamte Dauer des Aufenthalts.

 


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