Musikhochschule






Vorgänger der heutigen Musikhochschule war das private Dresdner Konservatorium, das am 1. Februar 1856 vom Kammermusiker Friedrich Tröstler gegründet wurde. Bereits drei Jahre später verkaufte er die Schule 1859 an Friedrich Pudor (Foto: Stadtmuseum Dresden). 1881 erhielt sie offiziell den Titel "Königliches Konservatorium" und war damit führende private Musikschule in Dresden. Im Jahr 1887 übernahm sein Sohn Heinrich Pudor die Leitung. Pudor, der später als einer der Begründer der FKK-Bewegung, aber auch als antisemitischer Schriftsteller in Erscheinung trat, setzte ausschließlich auf deutsche Musik, was ihm die Kritik vieler Zeitgenossen einbrachte. Drei Jahre später verkaufte er das Konservatorium an den bereits seit 1869 dort beschäftigten Musiklehrer Eugen Krantz. Fortan blieb die Einrichtung für fast 50 Jahre in Familienbesitz.

Um 1895 beschäftigte Kranz in seinem Konservatorium über 100 Lehrer. Schrittweise erweiterte er die Einrichtung zu einer Hochschule für Tonkunst mit angeschlossener Theaterschule und staatlichem Musiklehrerseminar. Zudem wurden Kirchenmusiker ausgebildet und eine Volksmusikschule betrieben. Bis zu 1000 Schüler erhielten hier eine musikalische Ausbildung. Künstlerischer Leiter war um 1930 Paul Büttner. Der Hauptsitz des Konservatoriums befand sich im Hoymschen Palais auf der Landhausstraße 11 (Foto rechts), Zweigstellen gab es u.a. auf der Bautzner Straße in der Neustadt, der Werderstraße in der Südvorstadt und in der Johannstadt (Haydnstraße, später Nicolaistraße).

1937 übernahm die Stadt Dresden das private Konservatorium in eigene Trägerschaft und wandelte es zu einer Akademie für Musik, Theater und Tanz um. Direktor wurde der Dirigent und Komponist Walther Meyer-Giesow. Die künstlerische Berufsausbildung umfasste u.a. eine Orchesterschule, eine Chorschule, Dirigentenschule, ein Seminar für Privatmusikerzieher und eine Abteilung für Schulmusik. Hinzu kamen Ausbildungszweige für künftige Opernsänger, Schauspieler und Bühnentänzer sowie tänzerische Lehrberufe. Ab 1938 befand sich der Sitz der Einrichtung bis zur völligen Zerstörung 1945 am Seidnitzer Platz 6 (Foto links).

Anfang der 1950er Jahre begann der Wiederaufbau des schwer beschädigten früheren Erziehungshauses des Ehrlichschen Gestifts an der Blochmannstraße 2-4. Unter Leitung des Architekten Emil Leibold entstand aus der Ruine ein Neubau im Stil des "sozialistischen Klassizismus" mit 21 Unterrichtsräumen und einer Aula (Foto rechts). Am 11. November 1952 wurde die Musikakademie zur Hochschule für Musik erhoben. Erster Direktor wurde Karl Laux. Zu dieser Hochschule gehörte eine Grundschule für 14- bis 18-Jährige, ein Konservatorium mit musikpädagogischem Seminar und das Institut für Oper und Operette. 1959 erhielt die Musikhochschule den Namen "Carl Maria von Weber". Im gleichen Jahr entstand das Studio für Stimmforschung.

1981 verlegte die Hochschule für Musik ihren Sitz in das Gebäude des ehemaligen Wettiner Gymnasiums in der Wilsdruffer Vorstadt, wo sie 2006 ihr 150-jähriges Bestehen feiern konnte. 2008 entstand auf dem angrenzenden Grundstück nach Plänen des Stuttgarter Büros Hammeskrause ein moderner Neubau mit einem auch für öffentliche Veranstaltungen nutzbaren Konzertsaal. Weitere Unterrichtsräume befinden sich seit 2014 auf dem Gelände des Kraftwerks Mitte. Als Studiengänge werden sowohl klassische Orchestermusik und Gesang als auch moderne Jazz- und Popmusik sowie musikpädagogische Studiengänge angeboten. Zudem gehören mit den Instituten für Musikwissenschaft, für Musikalisches Lehren und Lernen und für Musikermedizin verschiedene Forschungseinrichtungen zur Hochschule. Angeschlossene Einrichtungen sind zudem der Dresdner Kammerchor und das musikwissenschaftliche Heinrich-Schütz-Archiv.

Musikgymnasium: Das heutige Musikgymnasium entstand 1965 als eine von vier Spezialschulen in der DDR und war der Hochschule für Musik zugeordnet. Sitz war die 1896-1897 von Karl Emil Scherz für den Unternehmer Adolf Rothermundt erbaute Villa an der Mendelsohnallee 34 in Blasewitz. Hier befand sich zuvor bereits seit Juni 1945 das Städtische Konservatorium. Unterrichtet wurden zunächst Schüler ab der achten Klasse, ab 1975 schon ab der sechsten Klasse. 2004 wurde die Spezialschule zum Sächsischen Landesgymnasium für Musik "Carl Maria von Weber" und führt heute begabte Jungen und Mädchen ab der fünften Klasse bis zum Abitur. Für auswärtige Schüler stehen 75 Internatsplätze zur Verfügung. 2007/08 erfolgte eine umfassende Sanierung der Villa sowie der Neubau zweier moderner Internatshäuser im Park. Der Unterricht findet seit 2010 in den Räumen des früheren Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums an der Kretschmerstraße statt.

 


[Home] [Nord] [Nordwest] [Neustadt] [Nordost] [West] [Zentrum] [Südwest] [Süd] [Südost] [Ost] [Register] [Kontakt] [Impressum]