Georgplatz



Werbeanzeigen von Geschäften am Georgplatz vor 1945:

Blumengeschäft Karl Rülcker (Nr. 11)

Photografie Franz Ehrlich (Nr. 12)

Kunst- und Luxus-Möbelfabrik O. B. Friedrich (Nr. 12)

Kaufhaus Böhme
(Nr. 16)


Die Denkmäler an der Westseite des Georgplatzes:

Körnerdenkmal

Julius-Otto-Denkmal

Karl-Gutzkow-Denkmal

Das Gebiet um den heutigen Georgplatz lag einst außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauer in einem von mehreren kleineren Seen durchzogenen Areal und wurde vom Kaitzbach durchflossen. Die auch als Seegrabenrinne bezeichnete Vertiefung ging aus einem Altarm der Elbe hervor und führte entlang der Bürgerwiese weiter in westlicher Richtung bis zum Dippoldiswalder Platz. Die meisten dieser Gewässer wurden schon im 17. Jahrhundert trocken gelegt und gaben der heutigen Seevorstadt ihren Namen. Lediglich der Jüdenteich blieb noch bis 1850 erhalten. Hier gab es bis Mitte des 19. Jahrhunderts nur wenige Gebäude entlang der Halben Gasse und der Eulengasse (später Bürgerwiese) und an der Borngasse. Beide Siedlungen unterstanden dem städtischen Rat, besaßen jedoch als "Halbegassengemeinde" und "Borngassengemeinde" die niedere Gerichtsbarkeit und weitere beschränkte Rechte.

Ursprünglich besaß die Dresdner Stadtmauer in diesem Abschnitt zwei Tore, das Seetor in Verlängerung der heutigen Seestraße und die Kreuzpforte am Ausgang der Kreuzstraße. Beim Ausbau der Stadtbefestigung und Anlage der Salomonisbastion wurden diese Tore um 1550 und 1590 geschlossen, so dass das Gebiet in eine abseitige Lage geriet. 1570 entstand hier der erste außerhalb der Stadtmauer gelegene Friedhof, dessen Begräbniskapelle (Johanniskirche) böhmischen Exulanten überlassen wurde. Auch eine jüdische Begräbnisstätte hat es hier vermutlich gegeben, woran später der Name "Jüdenteich" erinnerte. 1690 entstand neben dem Teich das Dresdner Waisenhaus mit der 1713 ergänzten Waisenhauskirche (Bild um 1850). Beide Gebäude wurden im Siebenjährigen Krieg beschädigt und Ende des 18. Jahrhunderts durch Neubauten ersetzt. Der Zugang erfolgte über die Contrescarpe, einen außerhalb des Stadtgrabens herumführenden Weg. Zudem gab es einen entlang des Kaitzbaches führenden Weg in Richtung Dohna, der am "Dohnaischen Schlag" das städtische Gebiet verließ.

Ende des 18. Jahrhunderts wuchsen die Vorstadtgemeinden bis an den Jüdenteich heran. Gefördert wurde diese Entwicklung durch den 1818 begonnenen Abbruch der Dresdner Festungsanlagen. Als eine der letzten verschwand bis 1825 auch die Bastion Jupiter, deren Areal an den Kammerherrn Friedrich Heinrich Wilhelm von Preuß verkauft wurde. Auf dem frei gewordenen Grundstück ließ sich Preuß ein Palais mit einer großen Gartenanlage errichten. Zudem entstand unmittelbar am Jüdenteich der Städtische Bauhof mit dem Röhrenbohrwerk zur Herstellung von Leitungsrohren für die Wasserversorgung. Die an seiner Westseite entlangführende Straße erhielt den Namen Dohnaische Gasse und wurde mit weiteren Wohnhäusern bebaut. Hinzu kamen größere bürgerliche Gartenanlagen.

Im Zusammenhang mit der fortschreitenden Bebauung wurde der Jüdenteich 1849 zugeschüttet und an seiner Stelle eine zunächst unbenannte Freifläche angelegt. Diese diente als Platz für Schaustellungen und Theateraufführungen. U.a. trat hier der Kunstreiter Ernst Renz in einem hölzernen Zirkus auf, es gab Tierschauen und Theateraufführungen. Der Bau eines festen Theaters, wie es bereits in einem Stadtplan von 1849 eingezeichnet ist, unterblieb jedoch. Die südlich angrenzende Bürgerwiese wurde ab 1838 in mehreren Etappen zu einer Parkanlage umgestaltet.

Ab 1861 hieß die neugestaltete Fläche Dohnaischer Platz. Drei Jahre später, zwischen 1864 und 1865 errichtete der Architekt Christian Friedrich Arnold an der Westseite die neogotische Kreuzschule (Foto um 1900). Gleichzeitig wurde nach Verlegung des Bauhofes die Platzfläche neu gestaltet und mit einem Grünstreifen vor dem Schulgebäude versehen. Hier fanden die Denkmäler Theodor Körners (1871), Julius Ottos (1886) und Karl Gutzkows (1887) Aufstellung. Im Zusammenhang mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs wurde der Platz 1871 nach dem sächsischen Prinzen Georg (1832-1904) benannt. Georg hatte an den Kriegen 1866 und 1870/71 teilgenommen und wurde nach dem Tod seines Bruders Albert 1902 sächsischer König. Ungefähr aus dieser Zeit stammt noch eine Weiße Maulbeere inmitten der dreieckigen Verkehrsinsel zwischen St. Petersburger Straße und Bürgerwiese, der seit 10. Juni 1999 als Naturdenkmal unter Schutz steht.

Ende des 19. Jahrhunderts veränderte der Georgplatz sein Bild. Unmittelbar neben der Kreuzschule entstanden an Stelle des ehemaligen Waisenhauses und seiner Kirche 1905 die Schulbauten der I. Bürger- und der 9. Bezirksschule (Nr. 4/5 - Foto). Ebenfalls zur Pirnaischen Vorstadt gehörte das neben der Kreuzschule stehende Eckhaus zur Großen Borngasse (Carusstraße) mit der Hausnummer 6b. Die gegenüberliegende westliche Straßenseite zur Seevorstadt nahmen mehrgeschossige Wohn- und Geschäftshäuser ein (Nr. 7-16). An der Nordseite entstand um 1870 ein aus drei großen Gebäuden bestehender Häuserblock mit Rückfronten zur Ringstraße (Georgplatz 1, 2 und 3). Von Bedeutung war der Platz auch als Verkehrsknotenpunkt und Schnittpunkt mehrerer Straßenbahnlinien, die ab 1872 in mehreren Etappen und unterschiedlichen Richtungen zum Georgplatz führten. Für die Fahrgäste gab es ein Wartehäuschen mit Zeitungs- und Zigarettenkiosk sowie ein Pissoir. Endgültig erhielt der Georgplatz mit dem Ausbau der Ringstraßen um 1895 sein bis 1945 weitgehend unverändertes Bild.

Am 13. Februar 1945 wurden sämtliche Gebäude am Georgplatz durch die Luftangriffe so schwer zerstört, dass sie in der Nachkriegszeit abgerissen werden mussten. Mit dem Ausbau der Christianstraße und der anschließenden Johannes- und Amalienstraße zur Nord-Süd-Verbindung 1965 - 1970 veränderte sich auch das Straßennetz in diesem Gebiet. Am 22. April 1970 erhielt der neue Verkehrszug den Namen Leningrader Straße. Ein Jahr später wurde auch die Benennung Georgplatz offiziell aufgehoben.

Im Jahr 1990 beschloss der Dresdner Stadtrat, den Georgplatz wieder zu benennen. Zwei Jahre später lobte die Stadt einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Gebiet um den Georgplatz aus, den der Architekt Stephan Braunfels gewann. Vorgesehen ist perspektivisch eine bauliche Neufassung des Platzes sowie der Rückbau der St. Petersburger Straße nach Verlagerung des Durchgangsverkehrs aus dem Stadtzentrum. Bislang wurden diese Pläne jedoch nicht realisiert.

Einzelne Bauten:

Nr. 1-3: Die Gebäudegruppe an der Nordseite des Georgplatzes entstand um 1870 nach dem Abriss einiger älterer Häuser an der früheren Contrescarpe, einem um die gesamte Stadtbefestigung führenden Weg. Die fünfstöckigen Wohn- und Geschäftshäuser hatten ihre Straßenfront zum Georgplatz, während die Rückseite als Ringstraße Nr. 40-44 im Adressbuch verzeichnet war. Hier gab es allerdings keine Eingänge. Die Gebäude befanden sich im Besitz der Allgemeinen Deutschen Creditanstalt. Ab 1933 befand sich hier der Sitz der Kreisamtsleitung der Nationalsozialistischen "Volkswohlfahrt".

Werbeanzeige der Dresdner Kunstschule von 1930 (Georgplatz 1)

Waisenhaus: Die Geschichte des Dresdner Waisenhauses begann 1685, als der Kunst- und Schönfärber Johann Jacob Grätzel in seinem Haus am Jüdenteich "zwei Logis mit eisernem Gitterwerk" einrichtete. Grätzel nahm hier elternlose Kinder auf und ließ diese auf eigene Kosten unterrichten und versorgen sowie mit einfachen Arbeiten beschäftigten. Im gleichen Jahr bat er am 1. Dezember den städtischen Rat, seine Anstalt zu fördern und als Mittel gegen das Bettelwesen der kurfürstlichen Unterstützung zu empfehlen. 1686 erhielt er die Genehmigung für eine Kollekte und bekam zudem 500 Taler Zuschuss aus der Landeskasse.

Foto: Das Waisenhaus mit der Waisenhauskirche (im Bild rechts) um 1760

1690 errichtete man am Jüdenteich das eigentliche Waisenhaus. Verwaltet wurde dieses durch die bis heute bestehende Stadtwaisenhaus-Stiftung. Die Kinder wurden hier bis zu ihrer Volljährigkeit betreut, erhielten Kost und Logis und durften alljährlich in der Fastenzeit bei einem Umzug Almosen zur Finanzierung des Waisenhauses sammeln. 1713 erweiterte man das Haus um eine Manufaktur, um dort die Kinder einfache Arbeiten verrichten zu lassen. Ein Umbau erfolgte 1763 durch Johann George Schmidt. Als die Einrichtung Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr den Anforderungen genügte, wurde sie zur Radeberger Straße verlegt. Das Waisenhaus am Georgplatz diente danach ab 1879 noch einige Jahre als Schulhaus der 9. Bezirksschule und wurde 1903 für deren Neubau abgerissen.

Waisenhauskirche: Unmittelbar neben dem Waisenhaus befand sich die Waisenhauskirche, ein schlichter turmloser Bau von 1777. Bereits zwischen 1710 und 1713 hatte man hier das erste Gotteshaus errichtet. Architekt war wahrscheinlich der Dresdner Ratsbaumeister George Bähr. Die Baukosten betrugen 6000 Taler. Das rechteckige Kirchengebäude besaß ursprünglich vier Treppenaufgänge zu einer umlaufenden Empore. 1725 erfolgte der Einbau einer zweite Empore durche den Hofzimmermeister Johann Greißner. Die Ausmalungen stammten von Christian Benjamin Bratfisch und Johann David Vogler. 1760 wurde die vor den Stadtmauern liegende Kirche bei der Belagerung Dresdens durch preußische Truppen durch Artilleriebeschuss zerstört.

Bereits 1868 legte Johann George Schmidt Wiederaufbaupläne für die Kirche vor, die jedoch vorerst nicht realisiert werden konnten. Erst am 3. Mai 1777 wurde der Grundstein für den Neubau der Waisenhauskirche gelegt. Nach dem Entwurf von Christian Heinrich Eigenwillig entstand ein schlichtes Langhaus mit zwei Emporen. Die Innenraumgestaltung übernahmen die Bildhauer Friedrich Wilhelm Müller (Altar) und David Benjamin Porsche (Glorie). Außerdem erhielt die Kirche eine Orgel von Johann Christian Kayser. Die offizielle Weihe erfolgte am 15. Oktober 1780.

Im 19. Jahrhundert war die Kirche Sitz der Dresdner Mission, bevor diese 1848 nach Leipzig verlegt wurde. Von hier entsandte man u.a. Missionare nach Australien.1848 wurde in der Kirche der Sächsische Lehrerverein gegründet. Zuletzt nutzte die böhmische reformierte Gemeinde, die 1860 mit dem Abbruch der alten Johanniskirche ihr Gotteshaus verloren hatte, die Waisenhauskirche. 1897 muste das baufällige Gebäude der Neugestaltung des Georgplatzes weichen.

Nach dem Abbruch von Waisenhaus und Waisenhauskirche entstanden an deren Stelle die Bauten der 9. Bezirksschule und der 1. Bürgerschule, ein von Hans Erlwein entworfenes symmetrisch gestaltetes Gebäudeensemble. Daneben stand die 1865 vollendete, neogotische Kreuzschule. Die Freiflächen vor den Schulgebäuden waren durch einen Grünstreifen parkartig gestaltet. Hier fanden mit dem Körner- und dem Julius-Otto-Denkmal die Denkmäler zweier eng mit der Kreuzschule verbundenen Persönlichkeiten Aufstellung. Hinzu kam 1887 ein drittes Denkmal für den Schriftsteller Karl Gutzkow.

Körnerdenkmal: Das Denkmal des Freiheitskämpfers und ehemaligen Kreuzschülers Theodor Körner (1791-1813) entstand 1871 und wurde von Ernst Hähnel geschaffen. Die Finanzierung erfolgte aus Mitteln der Gütntzstiftung. Für den Bronzeguss nutzte man Material aus im Deutsch-Französischen Krieg erbeuteten Geschützen. Am 18. Oktober 1871 wurde es eingeweiht (Foto um 1905). Körner gehörte als Dichter und Mitglied des Lützowschen Freicorps im Kampf gegen die französische Besatzung 1812/13 zu den Vorkämpfern des deutschen Nationalstaates.

Das Körnerdenkmal überstand den Luftangriff 1945 mit einigen Beschädigungen, stürzte jedoch von seinem Sockel. Nach seiner Erneuerung wurde es am 18. Oktober 1952 wieder aufgestellt. Durch den Verlust der umgebenden Bebauung steht es heute jedoch etwas verloren und ohne Bezugspunkt auf dem weiten Platz. Verschiedentlich war deshalb seine Umsetzung geplant, die jedoch aus kulturhistorischen Gründen unterblieb. 2001/02 wurde es saniert.

Julius-Otto-Denkmal: Als zweites Monument auf dem Vorplatz folgte 1886 das Denkmal für den ehemaligen Rektor der Kreuzschule Ernst Julius Otto (1804-1877). Es zeigt eine Porträtbüste Ottos, begleitet von vier Knaben am Sockel, die den vierstimmigen Gesang des Kreuzchores symbolisieren (Foto 1889 von E. Donadini - SLUB / Fotothek) . Schöpfer war der Bildhauer Gustav Adolph Kietz. 1942 wurde das Julius-Otto-Denkmal für Rüstungszwecke eingeschmolzen. Nach erhaltenen Gipsabdrücken erfolgte nach der Wende die Wiederherstellung, wobei das Denkmal durch den Künstler Niklas Klotz mit zwei weiteren Figuren zeitgenössisch ergänzt wurde. Die beiden Knaben in aktueller Chorkleidung weisen auf die Fortführung der langen Tradition des Chores hin. Seit August steht dieses Denkmal am südlichen Vorplatz vor der Kreuzkirche.

Karl-Gutzkow-Denkmal: Als südlichstes und letztes der drei Denkmale wurde 1887 eine Porträtbüste des Schriftstellers und Dramatikers Karl Gutzkow (1811-1878) aufgestellt. Gutzkow war Schriftsteller, Dramatiker und Journalist und bedeutender Vertreter des Frührealismus in Deutschland. Die von Emmerich Andresen geschaffene Büste wurde im Zweiten Weltkrieg zu Rüstungszwecken eingeschmolzen.

Nr. 6b: Das Eckhaus zur Großen Borngasse (Carusstraße) neben der Kreuzschule bildete bis 1945 den südlichen Abschluss der Ostseite des Georgplatzes. Es stammte noch aus der Frühzeit des Georgplatzes und besaß einen dreieckigem Grundriß mit winzigem Hof. Trotz seiner ungünstigen Lage inmitten von drei Straßen und Fußwegen blieb es bis 1945 erhalten (Foto rechts).

Nr. 7-16: Die Hausnummern Georgplatz 7 bis 16 bildeten in geschlossener Häuserfront die Westseite des Georgplatzes und gehörten bereits zur Seevorstadt. In den Erdgeschossen dieser Häuser befanden sich zahlreiche Geschäfte, während die oberen Etagen meist als Mietwohnungen genutzt wurden.

Nr. 8: Das Gebäude entstand 1896 nach Plänen des Architekten Grothe und des Baumeisters Voigt und erhielt eine mit Stuckarbeiten der Firma Hasenohr, Ohlendieb und Hauer im Stil der Zeit aufwändig gestaltete Fassade. Besitzer des Hauses war die Pröll-Heuer-Stiftung, eine vom Maler Max Heinrich Pröll 1879 ins Leben gerufene Stiftung, deren Zinsertrag dem Erwerb von Gemälden zeitgenössischer Künstler für die Dresdner Gemäldegalerie dienen sollte. Im Erdgeschoss befand sich die Bäckerei und Konditorei des königlich-sächischen Hofmundbäckers Eduard Steinchen mit Filiale auf der Christianstraße 12. Im gleichen Haus hatte 1905 auch der königliche Hof- und Ratsuhrmacher Johannes Ruoff sein Geschäft.

Nr. 10: Auch die Nr. 10 (Foto links) war Domizil eines bekannten Dresdner Geschäftes. Hier verkaufte vor dem Ersten Weltkrieg der Gold- und Silberschmied Gustav Jähne seine wertvollen Arbeiten, der sich ebenfalls stolz als königlicher-sächsischer Hofjuwelier bezeichnen durfte. Auch die Möbelfabrik von Otto Bernhard Friedrich, der zudem Mitglied des Stadtrates war, durfte diesen Titel tragen. Später zog in die Räume eine Verbandstoff-Fabrik ein (Nr. 12).

Nr. 11: Hier befand sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts das erste Ladengeschäft der Gärtnerei Rülcker. Das Unternehmen war 1864 von Carl Julius Rülcker als Pachtgärtnerei auf dem Gelände des Prinz-Georg-Gartens auf der Zinzendorfstraße gegründet worden. 1872 siedelte der Betrieb nach Strehlen über, wo er noch heute auf der Reicker Straße existiert.

Nr. 14 (Rathaus-Konditorei): Zu den wenigen gastronomischen Einrichtungen am Georgplatz gehörte das schon vor dem Ersten Weltkrieg existierende Cafe Sommer. Besitzer der 1882 gegründeten Konditorei war bis 1945 Johann Georg Sommer. Später firmierte der Betrieb auch als Rathauskonditorei bzw. Konditorei am Rathaus. Im gleichen Haus hatte um 1900 das Papiergeschäft des Prinzlichen Hoflieferanten Johann Frey seinen Sitz (im Bild links).

Nr. 15: Als letztes und größtes Gebäude der Westseite entstand um 1890 das Wohn- und Geschäftshaus Georgplatz 15, welches bis 1945 vielfältige Nutzungen nachweisen konnte. Besitzer war um 1905 der Buchdrucker Heinrich Niescher, der im Hintergebäude die "Gärtnersche Buchdruckerei" sowie gemeinsam mit Franz Geucke die "Erste Dresdner Plakat-Druckerei" betrieb, für die er mit einer Reklametafel auf dem Dach des Gebäudes warb (in der Bildmitte). Das Obergeschoss nutzte die Kreuzparochie als Gemeindesaal. Auch der Dresdner Fechtclub hatte hier sein Fechtlokal. Im Vorderhaus besaßen die Firmen Christoph & Renner, Hersteller und Vergolder von Bilderrahmen, und die Weinhandlung Poeppel ihre Geschäftsräume. Zuletzt befand sich hier bis zur Zerstörung die Ring-Apotheke.

Nr. 16 (Kaufhaus Böhme): Den Abschluss des Georgplatzes bildete das Eckhaus zur Waisenhausstraße. Als einziges Gebäude der Westseite diente dieses ausschließlich gewerblichen Zwecken und war Domizil des Textilkaufhauses Böhme. Über vier Etagen wurden hier Bekleidung, Woll- und Kurzwaren, Krawatten, Gürtel und Sportartikel verkauft. Inhaber war um 1900 der Kaufmann Robert Böhme jr.

 

 


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